Mein Übungsraum – der „Private Pub“

In der passenden Atmosphäre das Dudelsackspielen zu erlernen kann schon inspirierend sein. Mein privater Musikraum, der einem urigen schottischen Pub nachempfunden ist, ist auch der Ort, an dem wir gemeinsam die Pipes erklingen lassen – ohne, dass uns jemand stört oder wir jemanden stören.

Ich werde des Öfteren gefragt, warum dies nur ein privater Pub ist und ich darin keine öffentlichen Veranstaltungen mache. Auch, ob man den Raum als Location buchen kann, z.B. für kleine interne Vereinstreffen. Zugegeben, ich hatte viele Ideen und auch viel dergleichen vor. Doch leider machte mir die deutsche Bürokratie einen Strich durch diese Rechnung. Wenn Du Dich für die ganze Geschichte interessierst, kannst Du gerne bis zum Ende dieser Seite lesen:

Warum mein Pub nur ein privater Übungsraum bleibt und leider nie ein öffentlicher Pub wird…

In dem heutigen Pub war seit über 10 Jahren meine Werbeagentur beheimatet. Hier haben wir Ideen entwickelt, gemeinsam kreativ gearbeitet und wir hatten Freude an der urigen alten Stall-Atmosphäre. Dann kam Corona. Meine Mitarbeiter gingen ins Homeoffice und blieben dort. Ein Jahr. Ein weiteres Jahr. Ich war der einzige, der in dem 80 qm großen Raum saß, zwischen verlassenen Bürolandschaften arbeitete und allenfalls mal den ein oder anderen Dudelsackschüler empfing. Wir spielten dort und lernten dort. Auch ich selbst nutzte den Raum zum täglichen Üben und wir trafen uns auch oft mit Dudelsack-Freunden hier. Schließlich war dieser Raum abgeschottet (Wortwitz… haha) von allem anderen. Wir störten keinen und konnten hier bis spät in die Nacht Dudelsack spielen. So auch an einem Januarabend geschehen mit meinen beiden Kumpels Markus und Martin.

Als ich dort so saß und Martin – einem der besten Dudelsackspieler Deutschlands – beim Spielen zuhörte, dachte ich mir, dass dieser magische Moment nicht nur uns kleinem Kreis an Pipern vorbehalten sein sollte. Alle, die die schottische Dudelsack-Musik lieben, sollten daran teilhaben. Noch viel mehr könnte man auch daraus machen: Wie wäre es mit Dudelsackabenden und Whiskytastings? Dudelsack-Seminare für Anfänger und Fortgeschrittene? Dart-Turniere, gesellige Pub- und Musik-Abende, oder auch Kölsch- und Altbier-Tastings? Als Musiker bin ich auch mit anderen Bands befreundet: So könnte man mit kleiner Besetzung für ein kleines Publikum den Menschen hier in Jüchen einen schönen Abend bescheren. Wie schon gesagt… so viele Ideen schlummerten plötzlich in mir.

Und: Nichts ist so stark, wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Mein erster Anruf am nächsten Tag war bei meinem Ansprechpartner beim Gewerbeamt. Selbst auch begeistert von der Idee informierte er mich darüber, dass es für so etwas entweder eine Gaststätten Gestattung (die einfache Version) oder eine große Konzession, die Gaststätten-Erlaubnis, gibt. Ersteres ginge relativ leicht und wäre für einzelne Events im Jahr möglich. Dies wurde mir auch seitens des Verwaltungsmitarbeiters empfohlen. Da ich gerne aber immer alles vernünftig und richtig mache, beschäftigte ich mich neben dem Umbau meines Büros zeitgleich mit der Genehmigung zur Gaststätten-Erlaubnis: Viele Anträge wurden gestellt und einige Schulungen besucht. Parallel dazu war die Agentur ein leerer Raum geworden. Schreibtische, Ordnerregale, Meeting-Lounge – alles war weg und der Umbau zum Pub konnte beginnen. Meine Familie weiß, wenn ich einmal etwas begonnen habe, stecke ich enorm viel Zeit, Liebe und Leidenschaft hinein und so war aus meiner Agentur binnen zwei Monaten ein Raum geworden, der jeden, der ihn betrat, in die schottischen Highlands katapultierte.

Das schrie einfach nach einer kleinen Eröffnungsparty. Kurzerhand lud ich meine Kumpels aus der Dudelsack-Szene ein. Dazu Freunde, Familie, Nachbarn. Wir hatten einen wunderschönen Abend und alle freuten sich und waren genauso begeistert wie ich von der Idee, ein kleines Stück Schottland nach Jüchen zu holen. Von soviel Enthusiasmus angetrieben plante ich noch am selben Abend mit ein paar Freunden die ersten Events: Dudelsackabende mit einem Trio aus meiner Band, Whisky-Tastings, Dudelsack-Workshops für Anfänger. Am nächsten Tag telefonierte ich mit den besten Pipern der Welt in Schottland und hatte auch hier schon Termine in Planung. Unter meinen Freunden waren außerdem „normale“ Musik-Bands aus der Umgebung, die ebenfalls in dieser kleinen Venue vor lokalem Publikum die Menschen mit Musik erfreuen sollten.

Zu diesem Zeitpunkt lagen übrigens viele der notwendigen, „beizufügenden Anlagen“ für eine große Gaststätten-Erlaubnis bereits in meinem Projektordner: Eine Schulung beim Gesundheitsamt, eine Schulung bei der IHK, Auskunft aus dem Schuldnerverzeichnis, eine Unbedenklichkeitsbescheinung in Steuersachen, Bescheinigung des Bezirksschornfegers, eine Gewerbeanmeldung, Baupläne, Nutzflächenberechnung et cetera pergite. Unterlagen, auf die mich der Mitarbeiter im allerersten Telefonat schon hingewiesen hatte. Und diese ergänzende Info gab er mir auch noch: Eine solche Beantragung stellt sich nicht selten als sehr langwierig dar. Daher kann für die Zeit bis zur Beantragung auch eine temporäre Gaststättengestattung beantragt werden. Das geht behördenseits viel schneller und einfacher. Daher machte ich am selben Tag noch online einen Termin bei meiner Kommunalverwaltung zur Einreichung dieser Gestattung – für die ersten Events, bis die große Konzession durch ist.

Nochmal zurück zur Party: Wie es heutzutage so ist, landete von diesem beispiellosen Fotomotiv „schottischer Pub in Jüchen“ auch einiges im Netz der sozialen Medien. Da es aber dennoch eine PRIVATE Party unter FREUNDEN war, verwunderte es mich doch außerordentlich, als ich eine Woche später von unserer kommunalen Verwaltung eine Ordnungsverfügung erhielt, in der mir der Pub-Betrieb für Whisky- und Musikabende untersagt wurde. Die Geldstrafe war mit 135 € relativ überschaubar, die Androhung bei wiederholtem Verstoß eines Zwangsgeldes in Höhe von 4.500 € doch erschreckend.

Nein, ich möchte sogar sagen, es hat mich sehr tief getroffen. Ich bin ein rechtschaffener Bürger dieser Kommune, der sich abgesehen von einem Ticket für Parken ohne Parkscheibe am Jüchener Markt nie hat etwas zu schulden kommen lassen. Ich liebe Gerechtigkeit und liebe Ehrlichkeit… und nun das!
Erklärversuche bei der Verwaltung verliefen leider im Sande. Ich fühlte mich zu Unrecht verurteilt, doch einen Einspruch dagegen einlegen, wurde mir von allen Seiten meiner Bekannten abgeraten. Hier kurz zur Erläuterung: Meine Dudelsackschüler sind eine bunte Klientel, von denen ich nur mal die sachbezogenen Berufe aufzähle: Rechtsanwälte, Richter, Beamte, Brandschutzgutachter, Feuerwehrleute, Polizisten; sogar der Assistent eines Bürgermeisters ist darunter. Da konnte ich schon viele Meinungen einholen, um mich zu vergewissern, was da schief gelaufen ist und wie ich nun weiter vorgehen sollte.

Der Tenor war zusammengefasst dieser: „Klar, war das nur eine private Feier und kann auch sein, dass Du vor Gericht Recht bekommst. Aber letztlich möchtest Du von denen ja auch eine Genehmigung für den öffentlichen Betrieb erhalten. Wenn man da auf Gegenwehr geht, machen die komplett zu und Du bekommst gar nichts mehr genehmigt“. So akzeptierte ich die Ordnungsverfügung und zahlte die Strafe. Auch in der Hoffnung, somit den guten Willen und meine Kooperationsbereitschaft zu zeigen. Gefühlt wurde es danach aber eigentlich nur noch schlimmer…

Nach einem persönlichen Treffen bei unserem Bürgermeister Harald Zillikens, bei dem ich die gesamte Situation gerade rücken und mich erklären wollte, war ich noch… die Schotten sagen dazu… „merry of soul“… frohen Mutes, dass alles doch noch einen guten Weg nach diesem unglücklichen und missverstandenen Start nehmen würde. Meine Architektin und das Bauamt besprachen die notwendigen Umbaumaßnahmen. Alles in allem keine nicht umsetzbaren Pflichten, die mir auferlegt wurden. Erstmal vernünftige Pläne, eine Brandschutzabkastung, Nachweis von Stellplätzen. Schien alles möglich. Die Stellplätze wurden mit 4 beziffert. Meine erste laienhafte Aussage zu dem Thema: Die können doch auf dem Bürgersteig parken. „Nein, dass ist öffentlicher Raum“, so die Antwort. Interessanterweise trifft das bei uns in Herberath auch nicht zu, da der Bürgersteig aufgrund eines vor 200 Jahren gemachten Planungsfehlers noch zu meinem Grundstück gehört. Ist also kein öffentlicher Raum. Aber egal, ich wollte ja nett bleiben.

Die geforderten vier Stellplätze wurden dann in meinem Hof eingezeichnet. Ist auf dem Blatt der Architektin ein bisschen eng geworden, aber es passte. Dem Bauamt passte das aber leider nicht, weil es dann doch zu leicht war. Antwort darauf war so in etwa: „Wir haben uns das nochmal angesehen – Ihr Angebot ist überregional, daher müssen statt der ursprünglichen vier nun acht Stellplätze nachgewiesen werden“. Warum und von wem mein Vorhaben plötzlich als überregional deklariert wurde, habe ich bis heute nicht verstanden. Ich wollte aber auch keinen Streit (s.o.), daher habe ich das mal so hingenommen. Und außerdem hatte ich ja auch noch eine große Scheune, in der locker nochmal 8 Autos parken könnten. Diese Idee klang auch für meine Architektin gut und wieder ging eine entsprechende Zeichnung ans Bauamt.

Was dann zurückkam, erweckte den Eindruck von „Wir suchen jetzt etwas, um es unmöglich zu machen“. Denn: Die Scheune wäre, wenn dort Autos parken würden, keine Scheune mehr, sondern würde wegen der großen Grundfläche als Großraumgarage angesehen. Würde bedeuten, ich müsste eine externe Löschwasserzuspeisung sowie eine Belüftungsanlage wegen der Gefahr der Erstickung durch Autoabgase einbauen. Erklärversuche, dass wir hier über eine Scheune mit 20qm großen, stets geöffneten Scheunentoren sprechen, waren natürlich auch weiterhin indiskutabel. Nur zum Spaß habe ich über dieses Problem dann auch mal mit meinem Sanitärmenschen gesprochen. Denn ich sollte neben den Anforderungen an die Scheune nun auch einen Wasseranschluss in den Pub legen lassen. Ich brauchte dort zwar kein Wasser, aber die Vorschriften besagen, dass ein Schankraum einen Wasseranschluss besitzen muss. In meinem Träumen einer erfolgreichen Genehmigung hatte ich bereits ein Schild über diesem Wasseranschluss erstellt mit der Aufschrift „Dieser Wasseranschluss ist nur hier, weil das Bauamt gerne einen Wasseranschluss haben wollte“. Naja… alles in allem waren wir mit Entlüftungsanlage, der Löschwasserzuspeisung und dem Wasseranschluss im Schankraum (den ich ja nicht brauchte, aber haben musste) bei gut 50.000 € 😅

So begrub ich dann schweren Herzens die Idee eines Pubs, in der Jüchens Bürgerinnen und Bürger schöne Abende hätten verbringen können. Ich bat meine Architektin eine Nutzungsänderung in einen „privaten Musik- und Partyraum“ einzureichen, der dann auch relativ schnell genehmigt wurde. Danach fühlte ich mich das erste Mal wieder ein bisschen wie ein freier Mann, der in seinen eigenen vier Wänden wieder das tun konnte, was mir die Ordnungsverfügung untersagt hatte. Obgleich das Damokles-Schwert nach wie vor über mir schwebt, denn meine erste Feier, die ich ja PRIVAT und unter FREUNDEN gemacht hatte, wurde ja auch als offizielle Eröffnung des Schankbetriebs dargestellt.

Naja… nach ein paar schwermütigen Tagen der Resignation konzentrierte ich mich wieder auf eine meiner ersten Ideen, die ich oben auch schon erwähnt habe: Ich könnte den Raum ja zumindest für Dudelsack-Workshops nutzen. Denn ich bin einer der wenigen Lehrer der Great Highland Bagpipe in Deutschland. Wie Du an den vielen Unterseiten meiner Homepage sehen kannst, gebe ich Einzelstunden, werde als Lehrer zu Dudelsackschulen eingeladen, unterrichte an der VHS Düsseldorf und organisiere zusammen mit Andy von der Dudelsackschule.de jährlich drei große Workshops. Warum also nicht auch ein kleiner Tagesworkshop in Herberath, der ein oder zweimal im Jahr sicher mit einer Sondergenehmigung möglich ist. Leider nein…

Auch das habe ich bis heute nicht verstanden. Wir sprechen von zwei Tagen im Jahr, in denen ein Raum zu einem Treffpunkt von Menschen genutzt wird, um Lerninhalte auszutauschen. An 363 Tagen im Jahr wird der Raum für privates Musizieren und für gelegentliche Dudelsack-Partys mit Freunden genutzt. Die Genehmigung erfolgte ja bereits. Dennoch forderte mein Vorhaben laut Bauamt eine Nutzungsänderung in einen Seminarraum.

Ich sprach wieder mit meiner Architektin, die entsprechende Pläne einreichte. Selbstverständlich unter der Prämisse, dass wir ja nur vier Stellplätze zur Verfügung hätten und auch nicht mehr aus dem Hut zaubern könnten. Auch wenn es nur ein- oder zweimal jährlich wäre. Die folgende Nebenfrage ans Bauamt blieb übrigens bis heute unbeantwortet: „Wie kann denn jedes Jahr das Kürbisfest in Gubberath oder das Erdbeerfest in Flaßrath stattfinden? Da parken hunderte von Autos kreuz und quer auf der Straße.“ Ich erinnerte nochmal daran, dass das ja ebenfalls öffentlicher Raum ist und es bei diesen Festen anscheinend kein Problem ist. Wie auch immer… Ich nahm es mal so hin, dass für meine ein bis zwei stattfindenden Dudelsackseminare mit 8 Teilnehmern ein Stellplatznachweis sowie eine Nutzungsänderung in einen Seminarraum notwenig wäre.

Da ich ja immer schreibe: „Ein bis zwei Seminare im Jahr“… Gerne hätte ich natürlich auch mehr gemacht und bat deshalb beim Bauamt um eine Info, wieviele denn möglich seien. Ohne irgendwelche Begründungen nahm das Bauamt dann diese Zahl in Ihre Genehmigung mit auf: 1-2. Dies ist für den weiteren Verlauf, eine wichtige Information, die auch hier wieder ein Paradebeispiel für den Satz ist „Wir regeln uns in Deutschland kaputt“.

Wie schon erwähnt, spiele ich in diesem Raum schon seit Jahren Dudelsack. Die Wände sind beinahe einen Meter dick. Zu fast allen Seiten hin befinden wir uns entweder auf meinem Grundstück oder haben freies Feld. Wer Herberath kennt, weiß wovon ich spreche. Lediglich eine Seite grenzt in der Tat an den benachbarten Pferdestall. In den habe ich mich auch mal interessehalber während einer Bandprobe hineingestellt, um zu hören, ob man hier etwas hört. Absolut nichts.
Ungeachtet dieser Tatsache hat sich in den letzten Jahren noch nie einer beschwert – auch wenn ich noch spät in der Nacht mit Kumpels dort Pipe gespielt habe. Man kann natürlich ahnen, dass diese Aussage einem Amt nicht als ausreichend erscheint. So meldete sich die Immissionsschutzbehörde des Rhein-Kreis Neuss auf mein Vorhaben hin und meinte, dass Dudelsack-Seminare sicher eine enorme Lärmbelastung wären und ich deshalb ein Gutachten nach TA-Lärm durch einen zertifizierten Akustik-Betrieb erstellen müsste.

Ich versuchte es wieder per Telefon und mit Erklärversuchen: Denn was die meisten nicht wissen, man lernt gar nicht auf einem Dudelsack sondern lernt und spielt mit einer leisen Übungsflöte. In Zimmerlautstärke für alle Familienmitglieder und Mitbewohner erträglich. Aber das interessierte die Beamten natürlich alles nicht. Ein TA-Lärmgutachten müsse zwingend erstellt werden.

Ein solches Gutachten kostet übrigens um die 5.000 €. Nun möchte ich gerne wieder den Punkt von oben aufgreifen: Vom Amt wurde mir auferlegt, eine Nutzungsänderung meines privaten Partyraums in einen Seminarraum durchzuführen. Gleichzeitig wurde aber gesagt, dass dies nur zweimal im Jahr ein Seminarraum sein darf. Und zwar auch nur mit 8 Teilnehmern, weil ich ja nicht mehr Stellplätze habe. Bei einem kalkulierten Gewinn von 50 € pro Teilnehmer und zwei Seminaren im Jahr ergibt sich so eine Amortisation nach sechs Jahren. Und wir reden hier nur von den Kosten des Gutachtens. Alle weiteren Kosten, die ich bereits in Brandschutzmaßnahmen sowie Aufwendungen meiner Architektin investiert habe, sind hier nicht mitgerechnet. Aber sie waren ja auch notwendig, denn ich hätte sonst nichts mehr mit dem Raum machen können.

So kann jeder verstehen, dass ich nach ein paar eingetippten Zahlen in den Taschenrechner das ernüchternde Fazit zog: Auch diese Idee wird begraben werden müssen.

Ich möchte abschließend nochmal sagen, dass ich keinem Mitarbeiter aus meiner Kommune gegenüber einen Vorwurf für sein Handeln mache. Und ich auch keinen Groll gegen jemanden persönlich hege. Letztlich sind diese Gesetze und Richtlinien, diese Regeln und Paragraphen ja auch für vieles gut. Nur anstatt Verbote in Gesetzestexten zu suchen, hätte ich mir vielleicht ein bisschen mehr die Suche nach dem Möglichmachen gewünscht, ohne dabei Gesetze zu brechen. Oder das Bestreben, eine positive Sichtweise Richtung Genehmigung zu lenken, anstatt alles daran zu setzen dieselbige zu verhindern.

Wer mich kennt, weiß, dass ich gerne einen Hang zum Sarkasmus habe. Mit Humor ausweglosen Situationen zu begegnen, ist mitunter der einzige Weg diesem ganzen behördlichen Trauerspiel in mehreren Akten ein bisschen Verständnis entgegen zu bringen. Deshalb möchte ich zu den Worten des letzten Absatz gerne nochmal den ersten Bürger unserer Stadt zitieren der mir im persönlichen Gespräch sagte „Reichen Sie was ein, Herr Bosshammer. Wir sind eine Genehmigungs- und keine Verhinderungsbehörde.“

Ich weiß auch: Wir haben in unserer Kommune größere Probleme, die es zu bewältigen gilt, als einen Pub oder Seminarraum für Dudelsack-Workshops in Jüchen zu genehmigen. Aber für einige wenige Menschen wäre es bedeutsam gewesen. Nun wurde die Möglichkeit leider begraben, ein kleines, dafür aber deutschlandweit bekanntes Mekka für Schottland-Liebhaber und Dudelsackfans in Jüchen zu etablieren. Zumindest für die Öffentlichkeit ist diese Möglichkeit dahin, denn privat mit meinen Freunden kann ich ja weiterhin meine Musik- und Partyabende in meinem „privaten Musik- und Partyraum“ machen. Ohne Stellplatzprobleme, Löschwasserzuspeisungen für Großraum-Scheunen-Parkplätze, TA-Lärmgutachten oder sonstige behördliche Hürden.

Am meisten tut es mir daher für alle Menschen leid, die ich noch nicht kenne. Denn sie werden den Raum nur auf diesen Bildern sehen und niemals live miterleben, wenn darin Musik gemacht wird und wir unter uns Pipern gesellige Abende miteinander verbringen. Nun, es sei denn, ihr bringt 4.500 € Zwangsgeld mit, dass ich nach dem Abend dann direkt an meine Kommune überweisen kann. Deshalb versteht bitte, dass ich keine fremden Personen einladen darf, den Raum nicht für Vereinstreffen zur Verfügung stellen darf und auch sonst keine öffentlichen Abende dort veranstalten darf.